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Die selbst gebaute Zimmervoliere

Haben Sie schon einmal Vögel gesehen, die nur nach oben und unten fliegen? Ich nicht, meine Gouldamadinen sind doch keine Hubschrauber, sie fliegen horizontal.
Eine Voliere, die den Ansprüchen der Vögel gerecht wird, passend für meine Wohnung und das Budget ist, war recht schwer zu finden, genau genommen unmöglich. Ein Umstand, der mich dazu veranlasste, über den Bau einer Zimmervoliere nachzudenken, zu planen und in die Tat umzusetzen.

 

selbst gebaute Zimmervoliere

Die Renovierung des Wohnzimmers stand an, also lag es nahe mir auch gleich Gedanken über den richtigen Standort der Voliere zu machen. Es dauerte noch ein paar Wochen, bis mir die zündende Idee kam. Bauanleitungen für eine Zimmervoliere sind im Internet rar gesät und die wenig vorhandenen, entsprachen nicht meiner Vorstellung. Entweder zu professionell und aufwendig, oder zu einfach und nicht durchdacht. Ich möchte meine selbst gebaute Vogelvoliere nicht als die perfekte Voliere bezeichnen, doch sie kommt der nützlichen Handhabung sowie den Ansprüchen der Vögel sehr nahe.

Wichtig Eigenschaften:
• Größe
• Helligkeit
• einfache Handhabung in der Reinigung
• Optik
• Selbstbauweise

Glauben Sie nicht, ich hätte es mir einfach gemacht, weiß Gott nicht. Nur musste ich die Voliere so planen, dass ich den Zusammenbau auch ausführen konnte.
Die Maße sind 100 x 50 x 80cm dementsprechend kaufte ich die Kanthölzer (20x20mm, 20x30mm, 20x40mm, 20x50mm).

zugeschnittene und lackierte Multiplexplatten und Vierkanthölzer
Boden, Deckel und Rückwand ließ ich mir aus Multiplexplatten 16mm zuschneiden. 2 Vierkanthölzer (40x40x80mm) als stabilisierende Eckpfeiler. Mit Hilfe der Kreissäge sägte ich daraus jeweils die Eckwinkel. Da die Voliere auch als Raumteiler ihren optischen Zweck erfüllen soll, dient eine 50cm Stirnseite als Rückwand, die 2.Stirnseite mit den Eckwinkeln steht zur Raummitte.
Seitenteil mit Aussparung für die Bodenwanne
Diese wurde von oben mit 53cm Volierendraht (Maschenweite 12,7mm) und nach unten 15cm mit Schiebeglas versehen. Von hier aus ist die Fütterung und Tränke meiner Goulds leicht zu handhaben. Den kunststoffummantelten Volierendraht wählte ich deshalb in dunkler Ausführung, da er für den Betrachter einen besseren Blick auf die Piepmätze zulässt.

 

Frontseite der Voliere vergittert und verglast
Die Front (100x80cm) ist ebenfalls von oben her mit Vogeldraht (46cm) und unten mit 2 größeren Schiebeglastüren (22cm) versehen. Die höhere Verglasung soll durch Flügelschlag aufgewirbelte Spelzen, Federn und anderen Schmutz besser in der Voliere halten.
Seitenansicht der Zimmervoliere
Darunter lassen sich zwei Bodenwannen heraus ziehen. Die hintere Seite ist mit 2 Acrylglastüren geschlossen. Eine wurde klar belassen, die andere weiß lackiert. Die Türen wurden mit Klavierband angebracht.

 

Rückseite mit kleinem Türausschnitt
Eine Tür bekam einen kleinen Ausschnitt, der benötigt wird, um z.B. Kolbenhirse ins Geäst zu hängen. Zwischen beiden Türen gibt es eine 10mm breite Öffnung für die Trennwand. Sie erleichtert es mir, die Voliere gründlich zu reinigen oder neu zu gestalten, ohne die Vögel in allzu große Unruhe zu versetzen.
Winkelprofile verkleidet
Alle weiteren Winkelprofile die benötigt wurden habe ich mittels zwei Kanthölzern verleimt und später die hervorstehenden Kanten im Innenraum mit Kunststoff-Eckprofilen verkleidet.
montiertes Winkelprofil
Diese Eckprofile dienten auch als Abschlussverkleidung in allen Ecken, in denen der Draht befestigt wurde. Somit ist die Verletzungsgefahr für die Vögel ausgeschlossen und sie lassen sich leicht von Kot und anderen Verschmutzungen reinigen.

Bodenwanne

fertige Bodenwanneherausnehmbare Bodenwanne
Die Bodenwannen bereiteten mir die meisten Kopfschmerzen. Ich meine, "irgendwelche" hätte ich bestimmt kaufen können, nur das sieht ja nicht gut aus. Einige Monate zuvor war der Zufall mein Freund und ich bekam gebrauchte Acrylscheiben geschenkt, die sich jetzt für sehr nützlich erwiesen. Für die Bodenwannen ein genialer Werkstoff. Die Kratzer stören nicht, das Material ist leicht und ich hatte die Möglichkeit, die Wannen nach Maß zu fertigen. Etwas schwierig war das verkleben der Randelemente. Mit einem Spezialkleber, etwas Geduld und ein paar Schraubzwingen wurden die Wannen dann doch sehr stabil. Zusätzlich kam noch eine Holzblende mit Knopf dran.

Trennwand

Laufschiene für Trennwand
Damit kein Dreck zwischen die Wannen fällt, also die Ränder überdeckt sind, befestigte ich eine Aluschiene als Abdeckung auf der gleichfalls die Trennwand laufen kann.
Trennwand
Zusätzlich wurde an der Decke noch ein Alu U-Profil als Führungshilfe für die Trennwand montiert.

Sitzstange

Gouldamadinen sind eingezogen
Die richtigen Sitzstangen sind für die Gesundheit der Vögel von großer Bedeutung. Fertige Sitzstangen sind starr und haben meist eine durchgehende Stärke.
Als Sitzstangen verwende ich zum größten Teil Naturzweige. Deren verschiedene Stärken zwingen die Vögel dazu, ständig anders zu greifen und die Krallen nutzen sich ab. Beim An- und Abflug federn natürliche Zweige, was wiederum die Gelenke entlastet und die Muskulatur der Vögel stärkt. Nur zum Schlafen bevorzugen sie ein selbst gefertigtes Sitzkreuz. Hier besteht auch jeder auf sein Schlafplätzchen.

Futterplatz

Futterplatz wurde von den Goulds angenommen
Die Futterschälchen sollten nicht ans Gitter gehängt werden, da sehr viele Körner und Hülsen nach draußen fallen. Deshalb habe ich den Futterplatz am Boden eingerichtet. Meine Goulds haben die Futter- und Trinknäpfe da sofort angenommen. Die Futter und Wassergabe ist viel einfacher.
erhöhter Futterplatz
Jedoch gibt es hier ein Nachteil, das Bodenstreu fliegt schneller in die Futternäpfe. Auf Grund dessen erhöhte ich schon den Futterplatz, was zum Nachteil hatte, das es mehr unzugängliche Winkel und Ritzen gab die sich mit Schmutz zusetzten. Die Erhöhung war soweit schon in Ordnung, nur hätte ich sie von Anfang an besser einplanen müssen, damit eine einfachere Reinigung gewährleistet ist.

Beleuchtung

Beleuchtungsöffnung in der Decke
Für die Beleuchtung wurde eine Öffnung von 65 x 6cm in das vordere Drittel des Deckels gesägt und ebenfalls mit Vogeldraht bespannt. Eine spezielle Birdlampe von Arcadia 18W mit Vorschaltgerät ist für die Größe der Voliere vollkommen ausreichend.

 

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